Für das zerstrittene Ehepaar (Guilio Henkel u. Elisabeth Schneider) ist der Zug doch noch nicht abgefahren.

Mit einer spritzigen Mischung aus Situationskomik, pointierten Dialogen und überraschenden Wendungen präsentierte der Projektkurs der Q2 des Gymnasiums Schloss Wittgenstein am 18. März 2026 seine diesjährige Theaterproduktion „Es fährt kein Zug nach Irgendwo“ von Winni Abel in der Aula der Schule. Die Bahnhofskomödie verwandelte die Bühne für einen Abend in einen Ort voller Chaos, Charme und herrlich überzeichneter Bahn-Momente.

Unter Leitung von Lehrerin Karin Leser hatten die Schülerinnen und Schüler ein Schuljahr an dem Stück intensiv geprobt. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Zur Handlung: Die Komödie nimmt das Publikum mit an den trostlosen Bahnhof von Einöd – einen Ort, an dem man weder Handyempfang noch Hoffnung auf Weiterfahrt findet. Nachdem der ICE 6948 wegen eines außerplanmäßigen Halts seine Fahrgäste dort absetzt, beginnt ein turbulentes Durcheinander, das jedem bekannt vorkommt, der schon einmal mit Verspätungen, Gleiswechseln oder ausgefallenen Klimaanlagen zu kämpfen hatte.

Doch diesmal steckt mehr dahinter: Unter den Gestrandeten soll sich ein Psychopath befinden. Was folgt, ist ein witziges Nervenchaos, das die Zuschauerinnen und Zuschauer gleichermaßen zum Lachen wie zum Mitfiebern brachte.

Die Figuren, die sich auf dem Bahnsteig zusammenfinden, könnten unterschiedlicher kaum sein: Dies sind zwei trinkfeste Kegelschwestern (Josie Hainbach und Valerija Tschurikov), eine ziemlich gestresste Business-Frau (Ellen Dick), ein Verschwörungstheoretiker mit ausgeprägter Fantasie (Vincent Schneider), eine überspannte Motivationstrainerin (Francine Cabungan), eine Backpackerin (Sahara Alam), ein streitbares Ehepaar, bei dem längst nicht mehr alle Weichen richtig stehen (Elisabeth Schneider und Giulio Henkel), ein stolzer Landstreicher (Filip Winzer), ein überkorrekter Polizist (Koray Telli) und schließlich eine leicht verwirrte Gleisgängerin (Gizem Gemici).

Mit sichtbarer Spielfreude und viel Liebe zum Detail schlüpfte die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler des Projektkurses in ihre Rollen mit ihren speziellen Macken und Marotten. Die Schülerinnen und Schüler überzeugten hierbei durch präzises Timing, starke Bühnenpräsenz und eine bemerkenswerte Ensembleleistung.

Für eine stimmungsvolle Beleuchtung der Bühne und für eine einwandfreie Akustik sorgten auch bei dieser Produktion die Schülerinnen und Schüler der Technik-AG Verena Henk, Sina Sassmannshausen, Marla Weber und Olivia Unrau unter Leitung von Lehrer Christian Kienel.

Das Publikum dankte dem Ensemble mit langanhaltendem Applaus und zahlreichen positiven Rückmeldungen. Auch Schulleiter Christian Tang zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Leistung des Projektkurses: „Was unsere Schülerinnen und Schüler heute Abend auf die Bühne gebracht haben, war nicht nur unterhaltsam, sondern absolut professionell.“

Für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussstufe war die Aufführung ein emotionaler Höhepunkt ihres letzten Schulhalbjahres, bevor nach den Osterferien die Abiturprüfungen anstehen. Die intensive gemeinsame Arbeit, das Überwinden von Herausforderungen und der große Erfolg auf der Bühne machten den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Text und Fotos: Karin Leser